Der 27. Bundeswettbewerb Informatik ist gestartet
BWWINF: Programmieren für die Pizza
Jens Fliege
"Jugend forscht" kennt jeder, "Jugend musiziert" hört sich gut an, aber "Bundeswettbewerb Informatik" (BWWINF) - kennt das jemand? "Unsere Teilnehmerzahl war vor zwanzig Jahren besser", räumt BWINF-Geschäftsführer Wolfgang Pohl gegenüber netzwelt ein. "Bei den ersten zehn Wettbewerben lagen die Teilnehmerzahlen eher zwischen 1.000 und 2.000. Dann ging es runter auf 500. Bei letzten Wettbewerb waren wir wieder bei 800 Teilnehmern."
Ob es dieses Jahr mehr werden, lässt sich zurzeit nicht abschätzen. Der Wettbewerb ist gerade erst gestartet und läuft in drei Etappen bis zum 1. September 2009. Die Träger des Leistungswettbewerbs haben alles getan, um die 27. Runde so interessant wie möglich zu gestalten. Statt abstrakter Kugelberechnungen gibt es Pizza-Bestellungen. Zu den Prüfungsaufgaben gehört die "Pizzavision". Ein Ausschnitt aus der Fragestellung:
Für viele Pizzeria-Besucher ist es ein Vergnügen, die Zutaten für ihre Pizza selbst festzulegen. Schön wäre es, auf einem Monitor ein Bild der gewünschten Pizza zu sehen. Jeder Gast soll also aus mindestens zwölf Zutaten auswählen können. Jeweils nach dem Hinzufügen oder Entfernen einer Zutat soll das (vorläufige) Bild der Pizza gezeigt werden.

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Deckblatt des PDFs mit den Aufgaben aus dem Wettbewerb
(Klick vergrößert.)
Die Schüler sollten ein solches Bestell-System als Programm umsetzen. Dies geschieht gerne in Delphi oder auch in Java. Sind die Schüler Autodidakten, werden auch mal C++ oder Websprachen wie PHP verwendet. Die Aufgaben können in der ersten Runde durchaus auch im Team gelöst werden. Haben die Teilnehmer die insgesamt fünf Fragestellungen erfolgreich gelöst, geht es in die nächste Runde. Dem Bundessieger winkt nach der dritten Runde ein Preisgeld 750 Euro und die Teilnahme an der Internationalen Olympiade in Informatik (IOI) im nächsten Jahr.
Der Wettbewerb wird vor allem von Jungen genutzt. "Der Mädchenanteil ist furchtbar schlecht", erläutert Pohl. Und auf die Frage, wie man sich den typischen Teilnehmer vorstellen müsste: "Wir haben durchaus die Nerds und die freakigen Typen dabei, die in ihrer Fachwelt 'Informatik' leben. Wir haben aber auch sehr agile Leute, die noch ganz andere Dinge machen. Sehr gute Leute sind ja häufig auch sehr aktiv, bekleiden ein Ehrenamt oder machen Sport."
Das PDF mit den Aufgaben aus der ersten Runde gibt es in den Links zum Artikel am Ende dieser Seite. Der Wettbewerb ist gerade erst gestartet. Wer sich herausgefordert fühlt, ist eingeladen mitzumachen, sofern er unter 21 Jahren ist und Pizza mag.
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