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08.08.2008
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Sachverstand statt Ultrazoom und Megapixel

Der große Einkaufsberater: Camcorder

DVD-Hardware und Medien

Die Ausstattung:

Neben den grundsätzlichen Dingen wie der Form oder des Speichermediums sind selbstverständlich auch die Ausstattungsmerkmale wichtige Unterschiede. Mit großen Zahlen fängt man Kunden - wir klären auf, was es mit Megapixel und Mega-Zoom bei Camcordern wirklich auf sich hat.

Auflösung und Bildsensor

MegapixelDer Bildsensor ist der wichtigste Teil auf dem langen Weg vom Motiv bis zur Aufnahme. Dieser Chip wandelt das in das Objektiv eintreffende Licht in digitale Signale um. Was hier verloren geht, kann auch die modernste Elektronik nicht mehr korrigieren. Deshalb widmen wir ihm ein besonders ausführliches Kapitel.

Wie bei den digitalen Fotokameras auch wird bei den Camcordern immer häufiger auf die maximale Auflösung hingewiesen. Aber vergessen Sie diesen Megapixelwahn am besten gleich wieder. Bei Videos spielt die Auflösung nämlich eine viel geringere Rolle als bei Fotos. Denn die Auflösung des PAL-Fernsehens, unserem TV-Standard, liegt immer bei 720 x 576 Pixeln, also gerade einmal 0,4 Megapixeln. Etwas mehr Pixel benötigt ein Bildsensor dennoch, um alle Farben zu speichern.

Wer es genau wissen möchte: Ein Bildpunkt auf dem Sensor kann eigentlich nur Helligkeitsinformationen messen. Um die Farben zu speichern, wird ein Farbfilter davorgeschaltet, der das eintreffende Licht in seine drei Grundfarben trennt und auf jeweils unterschiedliche Sensorpunkte verteilt. Später werden die Farbinformationen durch die so genannte "Farbinterpolation" wieder zusammengerechnet. Das bedeutet theoretisch, dass auf dem Sensor die dreifache Anzahl Pixel sein müsste: für jede Grundfarbe jeweils einen, also 0,4 Megapixel mal drei. Würde 1,2 Megapixel machen, allerdings wird nur der halbe Farbumfang gespeichert, um Platz zu sparen. Dadurch halbiert sich auch die Zahl der benötigten Pixel auf etwa 0,6 Megapixel.



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Ein CCD-Bildsensor

Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit: Hochwertige Camcorder besitzen drei Bildsensoren. Denn bei Modellen mit drei dieser Sensoren, den so genannten CCDs, wird das Licht von einem Prisma in drei Lichtbündel geteilt. Klingt kompliziert, bedeutet aber nur, dass ein "3-Chipper" für jede der drei Grundfarben einen eigenen Bildsensor mit mindestens der vollen Auflösung besitzt, was die Farbdarstellung meist etwas verbessert, weil die Farbinformationen nicht aus verstreuten Pixeln zusammengerechnet, sondern aus drei vollen Bildern addiert werden.

Viel wichtiger als die theoretische Auflösung ist die Größe des Bildsensors. Denn eine zu hohe physikalische Auflösung auf einem kleinen Chip ist sogar nachteilig: Je mehr Pixel auf einem Bildsensor untergebracht sind, desto schlechter ist die Lichtempfindlichkeit. Das kann bedeuten, dass die Kamera, die Ihnen der angebliche Fachverkäufer mit der eindringlichen Empfehlung "zehn Megapixel" vor die Nase hält, bei wenig Licht deutlich schlechter abschneidet als eine ohne bunten "Megapixel"-Aufkleber mit unspektakulärer Auflösung. Gegenbeispiel: Profikameras haben in oft nur 0,8 Megapixel-Auflösung pro Chip, aber große Bildsensoren.

Billige Speicherkartengeräte verwenden übrigens Bildsensoren in CMOS statt CCD-Technik. Diese haben für den Hersteller den Vorteil, dass sie besonders billig sind und wenig Strom verbrauchen. Die kleinen, günstigen CMOS-Chips sind jedoch im Vergleich zu den im Camcordern verwendeten CCDs sehr minderwertig. Der größte Nachteil sind die geringere Lichtempfindlichkeit bei gleicher Größe und der schwächere Kontrastumfang. Handykameras arbeiten übrigens auch mit CMOS. Allerdings gibt es auch Anwendungsgebiete für hochwertige CMOS-Chips: Einige Digitalkameras und auch Sonys HD-Camcorder benutzen große, hochwertige CMOS, die nicht mit ihren Billigkollegen vergleichbar sind.

Die Sensorgröße bei Consumerkameras liegt in der Regel immer bei 1/6 Zoll, bei professionelleren Geräten beispielsweise bei 1/2 oder gar 2/3 Zoll. Aber: Bildqualität lässt sich besonders im Consumerbereich nicht in technischen Daten ausdrücken. Vertrauen Sie Ihren Augen und vergleichen Sie die in Frage kommenden Modelle kritisch. Untersuchen Sie, ob die Kamera farbstichig ist, also zum Beispiel alles etwas rötlich einfärbt. Filmen Sie leuchtende Farben und achten Sie darauf, ob das Bild dadurch verzerrt oder die Farben übersteuern.


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